© Religionsunterricht Herder-Gymnasium 2012
Konzeptionelle Überlegungen Von   ganz   entscheidender   Bedeutung   für   unser   Angebot   der Gedenkstättenfahrten      ist      die      FREIWILLIGKEIT      der Teilnahme der Schülerinnen und Schüler! Dies      entspricht      auch      der      "Gründungssituation"      der Gedenkstättenfahrten;     sie     wurden     im     Kontext     eines Schülerstreikes    1987    als    ein    jährliches    Fahrtenangebot während   der   Schulzeit   von   der   Schülerschaft   gefordert   und schließlich   1988   von   Schülerinnen   und   Schülern   und   den Religionslehrern   in   konstruktiver   Übereinstimmung   mit   allen anderen schulischen Gremien eingeführt. Seit    diesem    Zeitpunkt    werden    sie    in    alle    zwei    Jahre    im Januar    (    27.01.    "Tag    der    Befreiung"    )    vom    Fachbereich Religion angeboten, organisiert und durchgeführt. Bevor   sich   unsere   Schülerinnen   und   Schüler   freiwillig   zur Gedenkstättenfahrt   anmelden,   treffen   wir   uns   vorab   mit   allen Interessenten    zu    einem    ersten    Vorbereitungsgespräch,    in dem    zunächst    die    Jugendlichen    ihre    Erwartungen    und Wünsche   äußern,   wir   dann   unser   Fahrtenkonzept   vorstellen und   erst   dann   auf   der   Basis   eines   "Kompromisspaketes" das Anmeldeverfahren eingeleitet wird. Die     Schülerinnen     und     Schüler     halten     dann     an     drei abendlichen   Terminen   in   der   Schule   vorbereitende   Referate zu       allen       wesentlichen       Themenaspekten       unseres Fahrtenvorhabens. Neben   dem   Interesse   und   Engagement,   sich   informiert   und adäquat     dem     "Unort    Auschwitz"     annähern     zu     wollen, wünschen   wir   uns   von   unseren   Schülerinnen   und   Schülern, dass   sie   mit   dem   Bewusstsein   nach   Polen   fahren,   dass   sie „trotz   der   lange   zurückliegenden   Zeit…“   nach   der   "Shoa"   als rücksichtsvolle     und     verantwortungsbewusste     Gäste     in unserem Nachbarland auftreten. Nicht    nur    in    ihrer    Verantwortung    gegenüber    Zeitzeugen, sondern    auch    auf    der    Suche    nach    der    eigenen    Identität wollen wir sie nach besten Möglichkeiten fördern. Viele    Gespräche    im    Hotel,    im    jüdischen    Viertel,    viele Erlebnisse   z.B.   im   Zusammensein   mit   jüdischen   Musikern bei   Klezmermusik,   helfen   ihnen   und   uns,   den   Lehrerinnen und    Lehrern,    das    Unfassbare    und    Unaussprechbare    zu artikulieren    und    Handlungsperspektiven,    z.B.    im    Umgang mit   dem   Rechtsradikalismus,   zu   formulieren   und   nachhaltig darzustellen. Hier ein Beispiel für den Ablauf der Gedenkstättenfahrt aus dem Jahr 2010:
Konzeption 1 1